Selten hat eine Abschlussfeier mit Morgenmänteln begonnen, doch dieser Jahrgang wollte sich durch seine kreative Abendgestaltung ein Denkmal setzen.

Nach der Begrüßungschoreografie kamen unter den Mänteln die Ballkleider und die Anzüge zum Vorschein und gaben der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen. Selina Hoffmann und Sebastian Secheres führten elegant und mit viel Wortwitz durch den Abend. Eingeschlafen ist daher niemand, wenngleich ein Bett auf der Bühne bereitgestanden hätte.

Die Elternbeiratsvorsitzende Frau Martin machte in ihrer Rede deutlich, dass sich das Leben stets ändert und sie auch aus Elternsicht bei der Abschlussprüfung mitgefiebert haben.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler waren aktiv, auch die Lehrerinnen und Lehrer mussten gegeneinander antreten. Beim Bilderraten ordneten sie vier charakteristischen Bildern einen Kollegen zu. Den Wettstreit „Tandemlehrer gegen Klassenlehrer“ entschieden die Klassenlehrer dabei knapp für sich.

Danach waren wieder die Schülerinnen und Schüler gefragt. In einem selbst zusammengestellten Medley zeigten sie, welche musikalischen Talente uns leider verlassen.

Das Grußwort von Herrn Basel, dem stellvertretenden Bürgermeister, thematisierte verschiedene Sprichwörter, die verdeutlichten worauf es im Leben ankommt. Insbesondere sollten die Schülerinnen und Schüler sich stets vor Augen halten, dass das letzte Kapitel noch nicht geschrieben sei. Der Realschulabschluss ist nämlich nicht das Ende, sondern der Anfang für ihr weiteres Leben.

Die Rede der Direktorin Frau Müller orientierte sich klar am Leitspruch des Abends „Gib dich nicht zufrieden – sogar Genies stellen Fragen.“ Die Aussage des Rappers Tupac sollte die Schülerinnen und Schüler auffordern, sich nicht zurückzulehnen, sondern weiterhin Fragen zu stellen und für die Gesellschaft einzustehen. Man soll sich wichtige Ziele setzen und diese dann auch mit aller Willenskraft verfolgen. Frau Müller lobte das schulische Engagement, das sich nicht nur durch gute Noten, sondern auch durch eine Mottowoche zeigte, bei der sich die Schülerinnen und Schüler jeden Tag unterschiedlich verkleideten. Man konnte Frau Müller während ihrer Rede deutlich ansehen, wie stolz sie auf den Jahrgang war.

Die Kreativität der Absolventinnen und Absolventen zeigte sich auch durch einen selbstgedrehten Film. In diesem entwendeten sie die Lösungen für die Prüfung, schlossen diese erfolgreich ab und zerrissen schließlich ihre alten Arbeiten. Diese Schnipsel wurden dann zeitgleich zum Film über dem Publikum verteilt, begleitet von „Bella ciao“. Für alle ein riesiges Spektakel.

Der Höhepunkt des Abends war die Übergabe der Zeugnisse. Mit einem Gesamtschnitt von 2,4 konnte die ganze Stufe glänzen. Doch auch die Einzelleistungen waren beachtlich. Die beste Schülerin Lisa Herzog schloss mit einem Schnitt von 1,2 die Realschule ab. Zudem gab es unter den 58 Absolventen und Absolventinnen 13 Schülerinnen und Schüler mit einem Preis und 21 mit einer Belobigung. Der Shooting Star, sprich derjenige, der sich im Vergleich zum Vorjahr am meisten verbesserte, war Max Mühldorfer. Er steigerte sich um 0,8 Notenpunkte.

Den NWA-Preis erhielt Juliane Weiß, den besten Aufsatz verfasste Conradin Zarth. Den Sozialpreis bekamen Selina Hoffmann und Emilia Schoch, die durch ihr besonderes Engagement für die Stufe und die ganze Schule stets glänzten.

Auch die Schülerinnen und Schüler waren sehr froh und überreichten ihrerseits Geschenke an die Lehrer und Lehrerinnen, Tandemlehrer und Tandemlehrerinnen. Sie sprachen nochmals ihre tiefe Dankbarkeit aus und verabschiedeten sich mit der ein oder anderen Träne im Auge von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und ihren Lehrerinnen und Lehrern.

Auch die schönste Oscarfeier geht einmal zu Ende und so heißt es für alle Beteiligten „the show must go on“.

Dr. Daniel Gysin